In die 70er

Interview mit Tina Lang-Stuart

 

7 Fragen an Tina-Lang-Stuart,
von 1994 bis 2005 Pressesprecherin von Softlab

Cirquent: Sie sind 1994 als Pressesprecherin und
PR-Verantwortliche bei Softlab eingestiegen.
Erinnern Sie sich noch, welche Themen des
Unternehmens damals für die Presse relevant waren?

 

Tina Lang-Stuart:
Ein ganz großes Thema für Softlab war damals der Wandel
von einer Produktfirma zu einem Consulting-Unternehmen.
Damit einher ging die Branchenausrichtung, die jahrelang die interne Organisation von Softlab bestimmt hat. Da es in der 90er Jahren auch noch viele Branchenpublikationen gab, hat das durchaus bei der Platzierung von Artikeln geholfen.

 

Cirquent: Mitte der 90er war Presse ja gleich Print – und IT-Hefte gab es unzählige. Was waren die PR-Ziele damals und worin bestanden Ihre Hauptaufgaben?

 

Tina Lang-Stuart:
Generell ist es einfacher, mit einem Produkt in den einschlägigen IT-Heften vertreten zu sein. Mit dem neuen Fokus auf Systemintegration und IT-Beratung hat sich jedoch auch die Pressearbeit verändert. Jetzt hieß es kreativ sein und den IT- und Branchenpublikationen - und zum ersten Mal auch den Business-Publikationen -schmackhafte Geschichten anzubieten. Unser Vorteil war, dass wir viele Beratungs- und Branchenexperten im Haus hatten, die die Kompetenzen von Softlab sehr pressegerecht darstellen konnten. Doch Softlab hat damals auch PR-Neuland betreten, indem es sich zusammen mit konkurrierenden Beratungsfirmen und Journalisten an einen Tisch gesetzt hat. Die Rechnung ist aufgegangen: Unser Image hat sich damals deutlich verbessert.

 

Cirquent: Zur Jahrtausendwende kam dann das Jahr-2000-Problem. Hierzu findet sich noch eine Softlab-Meldung vom Mai 1997 aus der Computerwoche. Mit diesem Thema ließ sich dann wohl bis Silvester 1999 hervorragend PR machen, oder?

 

Tina Lang-Stuart:
Zur Jahrtausendwende haben wir damals alle den Atem angehalten. Wie sich herausgestellt hat, umsonst. Das Thema Jahr-2000-Umstellung ist ganz schnell wieder verpufft, obwohl es die Presse und alle IT-Firmen im Vorfeld schwer beschäftigt hat.

 

Cirquent: Sie haben Cirquent verlassen, bevor unsere PR mit Secondlife, Blog, Twitter & Co. stark in Richtung Web 2.0 ging. Wie waren denn die Web 1.0-Schritte von Softlab? Seit wann gab es eine Unternehmenswebsite und wann ging man dazu über, die Journalisten via E-Mail anstatt Papier zu versorgen?

 

Tina Lang-Stuart:
Mitte der 90er Jahre hat Softlab eine talentierte junge Frau eingestellt, die die erste Website gebaut hat. Die Marketing-Abteilung war damals mächtig stolz auf ihre Internet-Präsenz, die sich durchaus sehen lassen konnte, auch wenn sie noch sehr produktlastig war. E-Mail als Kommunikationsmedium gab es schon, als ich zu Softlab kam. Die IT-Journalisten waren die ersten, die Presseinformation per E-Mail gefordert hatten, dem gefolgt sind die Branchenpublikationen und das Schlusslicht bildeten die Wirtschaftsmedien.

 

Cirquent: Was haben Sie dann 2005 nach ihrem Ausstieg bei Softlab gemacht und was tun Sie heute?

 

Tina Lang-Stuart:
Ich habe Softlab verlassen, weil ich mit meiner Familie nach Amerika gezogen bin. Hier in Boston habe ich dann zuerst für eine PR-Agentur gearbeitet und sowohl europäische Kunden betreut als das Social-Media-Geschäft mit aufgebaut. Doch dann habe ich komplett umgesattelt: Heute arbeite ich im Fundraising eines renommierten Bostoner Krankenhauses und bin für die Kommunikation mit den Spendern verantwortlich.

 

Cirquent: Was sagen Sie zur Entwicklung von Softlab beziehungsweise Cirquent nach 2005?

 

Tina Lang-Stuart:
Die Gerüchte, dass BMW Softlab verkaufen würde gab es schon zu meiner Zeit. Es hat mich jedoch erstaunt, dass eine japanische Firma Cirquent übernommen hat.

 

Cirquent: Beim dreißigsten Geburtstag des Unternehmens waren Sie ja selbst federführend involviert. Was wünschen Sie Cirquent zum Vierzigsten?

 

Tina Lang-Stuart:
In der heutigen Zeit ist es wichtig, als Unternehmen flexibel zu sein und sich auf neue Gegebenheiten einstellen zu können. Für Softlab war es damals nicht einfach, den Wandel vom Produkt- zum IT-Beratungshaus zu vollziehen, aber das Unternehmen hat es geschafft. Ich wünsche Cirquent, dass es seinen festen Platz in der schnelllebigen IT-Branche behält.

 

Happy 40th Birthday Cirquent!